Klappentext:
"Sie hatte sich doch nur verliebt, ist das eine Straftat, oder was?"
Charlie sitzt mit einem blauen Auge in der U-Bahn. Eben hat sie noch "schlechte Menschen" gegoogelt, jetzt ist sie auf dem Weg zu einem Antiaggressionstraining für Frauen. Sie soll lernen, anders mit ihrer Wut umzugehen. Aber ist es denn ihre Schuld, dass ihr Exfreund Valentin sie immer wieder zur Weißglut treibt?
Quelle: suhrkamp.de
Meine Meinung:
Ich hatte schon so viel von diesem Buch gehört, dass ich es einfach lesen musste!
Der Schreibstil war zunächst ungewohnt, da die Autorin mit sehr vielen Kommata arbeitet. Auch haben die Kapitel weder Ziffern noch Überschriften. Aber man kommt sehr schnell rein und kann das Buch dann kaum noch weglegen.
Erzählt wird abwechselnd im Jetzt und der Vergangenheit. Im Jetzt begleiten wir Charlie auf ihrem Weg in die Antiaggressionsgruppe und wieder zurück zu sich selbst. In der Vergangenheit wird die Kennenlerngeschichte von Charlie und Valentin erzählt und warum sie immer so wütend auf ihn war.
Charlie hat schon immer mit Selbstzweifeln und Selbsthass zu kämpfen und kommt dann an einen Typen wie Valentin, der scheinbar unbedacht durch die Welt spaziert und mit Beziehungen umgeht. Daher konnte ich Charlies Reaktion sehr oft verstehen. Was natürlich körperliche Gewalt auf keinen Fall rechtfertigt, aber durch aus das wütend sein.
Ich hatte etwas anders von dem Buch erwartet. Irgendwie mehr Einsicht in Häusliche Gewalt von Frauen ausgehend. Doch das kam hier gar nicht so sehr vor. Sondern eher eine toxische Beziehung. Auch erfährt man leider viel zu wenig von den anderen Teilnehmerinnen der Gruppe. Schade.
Fazit:
Das Buch regt auf jeden Fall zum nachdenken an. Wo beginnt für einen selbst "Gewalt" und könnte mir das auch passieren?
Gut erzählt fliegt man förmlich durch das Buch und ich kann es wärmstens empfehlen.